Geschichte


Die Burg Hauenstein befindet sich drei Kilometer westlich von Stráž nad Ohří auf dem Gebiet der Gemeinde Krásný Les (Schönwald) nahe Karlsbad (Karlovy Vary). Hauenstein wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts von Premysl Ottokar II. gegründet. Es handelte sich lange um eine einfache kleine Burg im alten Bergstil mit Fachwerkmauern und hohen Dachgiebeln, über denen trotzig ein runder Turm emporragte. 1320 ging der Besitz vom König Johannes dem Blinden auf den Burggraf von Ellbogen, Nikolaus Winkler, über und seit dieser Zeit wechselten sich die hiesigen Herren in rascher Folge. Die Burg wurde vor allem Mitgliedern des niedrigeren Adels in Versatz gegeben, aber auch verschiedenen Orden. Zwischenzeitlich mussten sich auch immer wieder die böhmischen Könige um die Burg kümmern. Ein wenig länger besaßen sie nur die Familien Sataner, Schlick, Sachsen-Lauenburg und Baden. Später wurde die Burg wieder zum Besitz der Krone und über den toskanischen Großherzog Ferdinand III., den Bruder des späteren Kaisers Franz Joseph I., kam sie im Jahre 1839 für 400 000 Gulden in den Besitz der Grafen von Longueval-Buquoy, denen sie bis zum Jahre 1945 gehörte.

 

Nachdem Gräfin Gabriele von Buquoy die Burg und den Gutsbesitz gekauft hatte, begann sie mit dem Umbau des ganzen Areals im Stil der englischen Neugotik. Als Vorbild der klaren und stileinheitlichen Vorstellung dürften sowohl das berühmte Schloss Windsor, als auch damalige Umgestaltungen der Burgen und Arundel, Belvoir und Lancaster gedient haben, aber auch Colleges wie z. B. in Oxford.

 

Die nähere Umgebung wurde dazu in einen romantischen Park verwandelt, der auf den Achsen der einzelnen Schlossgebäude lag. Von der Terrasse des Rittersaals führte der Park in das ganze Tal, das als eine romantisierte englische Landschaft mit Ausblicken zum Schlossgelände gestaltet wurde. Zum Park gehörte auch ein Terrassengarten mit Orangerie unter der Schlosskapelle. Auf dem Promenadenweg standen ein Wirtshaus, eine Jagdhütte und ein Schützenhaus. In den Park wurde sogar ein Tennisplatz eingegliedert. Am Bach befand sich eine Kaskade mit Teichen und romantischen Steinbrücken. Alles das war Teil der romantischen Ästhetik und stellt so ein einmaliges Beispiel einer radikal durchgeführten großzügigen Änderung der freien Landschaft dar.

 

Nach dem 2. Weltkrieg im wurden die Grafen von Buquoy als Deutsche aus der Tschechoslowakei vertrieben und das ganze Gut ging in Staatsbesitz. 1947 wurde das Schloss hergerichtet und als Unterkunft der Bergbaubetriebe in St. Joachimsthal genutzt. Später diente das Schloss einige Jahre als Jugendheim. Wegen der hohen Heizkosten und der Abgeschiedenheit, verließ man 1958 das Schloss und es begann zu verfallen.

 

Seither diente es Wanderern als beliebtes Ausflugsziel, es schien in einem Dornröschenschlaf zu liegen, eingebettet in die romantische Landschaft verwucherte und verfiel es.

 

Um die Jahrtausendwende erwarb Pavel Palacký das Anwesen. Er machte das Areal der Öffentlichkeit zugänglich und fing an Teile des Schlossgebäudes zu sichern und instand zu setzen. Jedoch wird das Gelände noch lange eine Baustelle sein.

 

Heute können die Überreste des Schlosses besichtigt werden, es gibt einen kleinen Souvenirshop und es finden gelegentlich kulturelle Veranstaltungen statt.